Letzter Einsatz:  73/19 - 08.11.2019 - 17:43 - FEUER 1 - Thurner Str.  -  Blinder Alarm

Chronik

1900 - 1918

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2000 - 2010

 Gründung und
1. Weltkrieg

 Weimarer Republik
und 2. Weltkrieg

Neubeginn und Aufbruch

Im neuen Jahrtausend

Auf Bestreben des Bürgermeisters der damaligen Gemeinde Merheim, Herrn Johann Bensberg, wurde am 13.09.1900 die Freiwillige Feuerwehr "Thurn - Strunden -Dellbrück" gegründet.
Während der Gründungsversammlung erklärten sich 47 Bürger bereit der Wehr beizutreten. Von dem Gemeinderat wurde als 1. Brandmeister der Bauunternehmer Heinrich Gatz sen. und als 2. Brandmeister der Schreinermeister Joh. Kruft gewählt. Beides honorige Dellbrücker Bürger deren Nachkommen noch heute in Dellbrück wohnen und zum Teil immer noch Kontakt zu der Löschgruppe - Dellbrück haben.

Bereits auf der Generalversammlung am 19.11.1900 wurden die allgemein gültigen Satzungen aufgestellt und in eigener Regie das "Kommando" bzw. der Vorstand der Wehr bestimmt. Dieser setzte sich zusammen aus dem 1. und 2. Brandmeister, dem Schriftwart, dem Kassenwart und dem Zeugwart für die Verwaltung. Für den Übungsdienst war jeweils der 1. und 2. Führer der Steiger - Spritzen - und Hydrantenabteilung zuständig. Jetzt hatte die Wehr eine Struktur und konnte sich als komplette Formation der Bevölkerung präsentieren. Der erste Chef aber war "der Herr Bürgermeister" Joh. Bensberg. Als Wahlspruch für die bevorstehenden Aufgaben wählte man "Alle für einen, einer für Alle, Gott zu Ehr`, dem Nächsten zur Wehr".

Neue Kameraden wurden von den Feuerwehrangehörigen mit 2/3 Stimmenmehrheit aufgenommen und anschließend vom "Feuerwehrhauptmann" mit Handschlag auf die Satzungen der Wehr verpflichtet. Die Führer der einzelnen Abteilungen wurden nach heutigem Verständnis nicht geschult, sondern jedes Jahr auf der Generalversammlung von der Mannschaft gewählt.
Ab 1925/26 sind dann diese Wahlen von der Berufsfeuerwehr - Köln schriftlich bestätigt worden.

Bereits auf der Versammlung vom 14.02.1901 konnten die bei der Fa. Hoenig in Mülheim am Rhein bestellten feuerwehrtechnischen Geräte übergeben werden. Geputzt werden mussten dieselben in den Wintermonaten Oktober - März. Wer wann von den Wehrmännern an der Reihe war bestimmte das Los.
Die nötigen Uniformen hatten die Schneidermeister Bär und Schulte angefertigt.
Für die Mannschaft nahm man braunes "Segeltuch", für den 1. und 2. Brandmeister schwarzen Tuchstoff.

Trotz der Begeisterung und dem Idealismus, den die Feuerwehrmänner an den Tag legten, schien es aber doch angebracht einen "Paragraphen" zur Durchführung der "Disziplin" in die Satzungen aufzunehmen. So beschloß man: "Wer zu einer Übung zu spät kommt zahlt 10 Pfg., ist er ohne Entschuldigung nicht erschienen 20 Pfg.. Wer bei einem Brand ohne triftigen Grund fehlt zahlt 1 Mark Strafgeld".
Ab 1903 wurde der Übungsdienst Sonntagvormittags ab 6.00 Uhr abgehalten.
Am 09.03.1903 gab der "Herr Hauptmann Kruft" bekannt, daß jetzt auch eine neue Spritze geliefert worden sei, die 800 Mark gekostet habe und von der Rhein. Provinzial - Feuerversicherung und der Gemeinde bezahlt worden sei. Die Spritze hatte schon am 15.09.1903 ihren 1. Einsatz. Morgens um 9.00 Uhr rief man die Wehr mittels "Brandhorn" zum Einsatz in der Hauptstraße in Thurn brannte die mit "Frucht gefüllte Scheune" des Herrn Lüttgen! Für den Einsatz bekam jeder anwesende Feuerwehrmann 0,50 Mark als entgangenen Lohn aus der Kasse der Wehr bezahlt. Für die anschließende Brandwache 0,35 Mark.

In den folgenden Jahren konnten sich die Kameraden bei den verschiedensten Einsätzen bewähren, wobei der Brand am 18.05.1904 im sogenannten "Rodenbachshof" in Thurn, Hauptstraße einer der spektakulärsten in der Geschichte der jungen Wehr war. Abends um "½ 12 Uhr" kam der Alarm. Das Haus, bestehend aus 3 Wohnungen nebst Stallung stand in hellen Flammen. Die Bewohner hatten nichts als das nackte Leben gerettet, und so war fast das ganze Mobiliar sowie 5 Ziegen ein Raub der Flammen. An eine weitere Rettung war nicht zu denken und so mußte man sich darauf beschränken dem weiteren umsichgreifen des Feuers "Einhalt zu thun". 2 Kameraden wurden bei den Löscharbeiten verletzt.

1905 faßte man die Gemeinden Thurn, Strunden, Hagedorn, Klausenberg und Dellbrück im Rahmen der Gemeindereform unter dem gemeinsamen Namen "Dellbrück" zusammen.

Der "Frohsinn" kam ebenfalls nicht zu kurz. So nahm man gerne an dem Vereinsleben in Dellbrück und Umgebung teil. Der Höhepunkt bzw. das gesellschaftliche Ereignis eines jeden Jahres aber war die "Kaisersgeburtstagsfeier", die man mit Konzert und Ball besonders hervorhob, wobei die Ehefrauen nicht fehlen durften und bei der die 1901 gegründete Feuerwehrkapelle zur Freude aller Anwesenden aufspielte.

Auf der Hauptübung am 02.05.1914 übernahm Herr Herweg ( Beerdigungsinstitut Herweg/Dellbrück ) das "Regiment" und vertrat von da an als 1. Brandmeister die Belange der Wehr. Im gleichen Jahr wurde die Bürgermeisterei Merheim in die Stadt Köln eingemeindet und der "Löschzug - Dellbrück" der Berufsfeuerwehr Köln angegliedert. Andere damals bestehende Feuerwehren in Lindenthal, Ehrenfeld, Nippes, Bayenthal, Sülz, Braunsfeld, Müngersdorf, Mülheim und Vingst sind allerdings mit dem Heranwachsen der Stadt Köln und der damit verbundenen Präsenz der Berufsfeuerwehr aufgelöst worden.

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges unterbrach die Aktivitäten des Löschzuges - Dellbrück ab dem 22.12.1914. Erst am 02.02.1919 hielt man die 1. Generalversammlung nach dem Krieg ab, auf der die anwesenden Kameraden als "Kommandant" Herr Krämer wählten.

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